Sie sind Anwalt?

Testament selbst verfassen oder Notar – was ist sinnvoll?

Um diese Themen geht es beim Video-Podcast:

In diesem Interview erläutert der Erbrechtsexperte Manuel Mohler die verschiedenen Möglichkeiten zur Erstellung eines Testaments in der Schweiz. Neben der handschriftlichen Form und der öffentlichen Beurkundung durch einen Notar wird auch das kurzzeitig gültige Nottestament thematisiert. Ein zentraler Aspekt des Gesprächs sind die formalen Anforderungen sowie die Risiken von unklaren Formulierungen, die später zu rechtlichen Anfechtungen führen können. Manuel Mohler betont, dass eine professionelle Beratung sinnvoll ist, um gesetzliche Pflichtteile zu wahren und steuerliche Nachteile zu vermeiden. Zudem werden die Vorteile einer offiziellen Hinterlegung besprochen, damit das Dokument im Todesfall sicher aufgefunden wird. Abschliessend wird deutlich, dass eine fachliche Prüfung selbst bei vermeintlich einfachen Verhältnissen vor kostspieligen Fehlern schützen kann.

Testament in der Schweiz: Selbst verfassen oder zum Notar?

Ein Testament kann in der Schweiz selbst handschriftlich verfasst oder notariell beurkundet werden. Beide Varianten sind rechtlich gültig – ein Notar hilft jedoch, Fehler und spätere Streitigkeiten zu vermeiden.

Wer seinen Nachlass regeln möchte, steht oft vor der Frage: Reicht ein handgeschriebenes Testament oder sollte ich einen Notar aufsuchen? Der Erbrechtsexperte Manuel Mohler aus Basel erklärt, worauf Sie beim Testament erstellen achten müssen, welche Risiken bestehen und wann professionelle Hilfe sinnvoll ist.

Welche Testamentsformen gibt es in der Schweiz?

Damit ein Testament in der Schweiz gültig ist, müssen bestimmte formelle Voraussetzungen erfüllt sein. Es gibt drei zulässige Formen:

Eigenhändiges Testament:
Das Testament muss vollständig von Hand geschrieben sein. Zusätzlich sind Datum, Ort und Unterschrift zwingend erforderlich.

Öffentlich beurkundetes Testament:
Dieses wird gemeinsam mit einem Notar und zwei Zeugen errichtet und bietet maximale rechtliche Sicherheit.

Nottestament:
Diese Form ist nur in Ausnahmesituationen zulässig, etwa bei akuter Lebensgefahr. Es wird mündlich vor zwei Zeugen erklärt und verliert nach 14 Tagen seine Gültigkeit, wenn die Notsituation entfällt.

Testament selbst schreiben oder Notar – was ist besser?

Ein handschriftliches und ein notarielles Testament sind rechtlich gleichwertig. Der Unterschied liegt in der Sicherheit:

Ein eigenhändiges Testament ist kostengünstig und schnell erstellt, birgt jedoch Risiken. Häufig sind Formulierungen unklar oder rechtlich missverständlich.

Ein notarielles Testament stellt sicher, dass alle Regelungen juristisch korrekt und eindeutig formuliert sind. Dadurch lassen sich spätere Streitigkeiten oft vermeiden.

Welche Fehler passieren beim Testament erstellen häufig?

Beim Testament erstellen ohne rechtliche Beratung treten immer wieder typische Fehler auf:

  • Unklare oder mehrdeutige Formulierungen
  • Nichtbeachtung steuerlicher Aspekte
  • Fehlende Regelungen bei komplexen Familienverhältnissen (z. B. Patchwork-Familien)

Fehler im Testament können für die Erben erhebliche finanzielle Folgen haben und sind oft teurer als eine frühzeitige Beratung.

Wo sollte man ein Testament aufbewahren?

Ein Testament sollte so aufbewahrt werden, dass es im Todesfall sicher gefunden wird:

  • Zuhause: Risiko von Verlust oder Nichtauffinden
  • Beim Notar: sichere Hinterlegung bei notariellen Testamenten
  • Bei der Amtsstelle: empfohlene Variante, da das Testament im Todesfall automatisch berücksichtigt wird

Wann kann ein Testament angefochten werden?

Ein Testament kann angefochten werden, wenn:

  • Formvorschriften nicht eingehalten wurden
  • Formulierungen unklar oder widersprüchlich sind
  • die testierende Person nicht urteilsfähig war
  • gesetzliche Pflichtteile verletzt wurden

Wann ist rechtliche Beratung sinnvoll?

Eine rechtliche Beratung ist in den meisten Fällen sinnvoll – auch bei scheinbar einfachen Situationen.

Ein Anwalt oder Notar kann helfen, Fehler zu vermeiden und das Testament rechtssicher zu formulieren. In einfachen Fällen reicht oft eine kurze Beratung, in komplexeren Fällen empfiehlt sich eine umfassende Begleitung.






Geprüft von rechtlichen Expert:innen

Dieser Fachbeitrag auf goanwalt.ch wurde von schweizer Anwältinnen und rechtlichen Expert:innen geprüft.

Anwalt benötigt?

Finde und beauftrage den passenden Anwalt für dein Rechtsproblem.

zur Anwaltssuche
GoAnwalt
Übersicht zum Datenschutz

Diese Webseite verwendet Cookies, die für einige Funktionen der Webseite notwendig sind oder zur Optimierung der Inhalte dienen (auch Inhalte von Fremdanbietern).

Die Cookies werden im Browser gespeichert.

Lesen Sie gerne auch mehr in unserer Seite zum Datenschutz

Sie können die Einstellungen anpassen, in dem Sie Navigation auf der linken Seite nutzen.